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Freitag, 24. August 2012

The Social Network


The Social Network
USA 2010
Regie: David Fincher
Darsteller: Jesse Eisenberg, Andrew Garfield, Justin Timberlake u.a.

Arroganz führt zum Schluss führt zu Hass führt zu Rache. Menschen mit Menschenbewertungsdrang, kriegen eine Plattform, freuen sich. Der erste Schritt ist getan, das erste Ziel: Freier Zugriff auf Gesichter. Wir könnten natürlich auch Pornos schauen, aber hey: Diese Gesichter sind uns ja bekannt, wir sehen sie täglich, hier sind sie, jederzeit abrufbar, bewertbar. Menschen auf ein Foto reduziert, doch die Zukunft naht: Reduziere dich selbst auf das, was dir am wichtigsten. Weiter: Rache, große Rache schafft Bekanntheit, Bekanntheit schafft Kontakte, Kontakte schaffen Möglichkeiten. Diebstahl der Zukunftsbringer, klassisch - früher: Technik, Gerät, Maschine, nun: Konzept, Vision, Idee. Ewige Gespräche, später, wer, was und wo gesagt, gefragt, vorgeschlagen. Vernichtung nicht durch Waffen, sondern durch PR. Design ist keine Frage des Geschmacks, Coolness ist keine Frage des Geschmacks. Die Zahnräder drehen sich, die Zukunft deutet sich an. Digitaler Steckbrief, Steigerung der Informationsgeschwindigkeit, keine unnötigen Fragen, alles auf einen Blick. Nicht der gläserne Mensch - der sich entblößende Mensch. Geld größer Freundschaft (wie immer), dafür neuer Begriff: Digitale Freundschaft. Das Collegeleben für alle, im Internet. Kleinste Fragen prägen unsere Kommunikation, kleinste Vorschläge unsere täglichen Beschäftigungen. Das ist die Zukunft und sie beginnt vorgestern und wir sind ein Teil von ihr. Meine Chronik ist mein Tagebuch. Meine Vergangenheit in alle Ewigkeit. Jede Vergangenheit vor meinen Augen. Im Anfang cool, zum Schluss mehr als cool: Unersetzlich. Das ist die Zukunft, die aus Rache geboren. Das ist das Paralleluniversum von jenen, welche in ihrem eigenen die Wände nicht akzeptierten. Am Ende braucht es kaum Worte, ein paar Klicks und immer wieder
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Dienstag, 29. Mai 2012

Verblendung


The Girl with the Dragon Tattoo
USA 2011
Regie: David Fincher
Darsteller: Daniel Craig, Rooney Mara, Christopher Plummer, Stellan Skarsgård u.a.

Das größte Problem von Verblendung liegt - für mich, der weder die Buchvorlage noch die erste Verfilmung kennt - tatsächlich im großen Namen des Regisseurs. Nein, man braucht sich um dessen Inszenierungskunst (weiterhin) keine Sorgen machen: Wo aus dem Drehbuch physische und psychische Wucht herauszuholen ist, geschieht dies auch, und es gibt eine Szene, die in ihrer übelkeitserregenden Verzweiflung gar Richtung Noé zu schielen scheint. Fincher weiß, wie man den Zuschauermagen erreicht, und er lässt kaum eine Gelegenheit dazu aus, was Verblendung zu einem mitreißenden Krimithriller-Erlebnis macht, welches überraschend oft das brutale Versprechen des (grandiosen) Vorspanns erfüllt und dessen Einbindung in den Film berechtigt. 

Doch was man mit dem Namen Fincher letzten Endes doch nicht ganz vereinen kann, ist das Drehbuch. Es ist spannend, es ist gut konstruiert, es ist auch - wie bereits erwähnt - öfters wirklich heftig, aber im Endeffekt beinhaltet es zu viele Zugeständnisse an den Zuschauer - selbst wenn diese manch einmal brutaler ausfallen als manch eine "böse" Szene in anderen Filmen. Doch den emotionalen - oder intelektuellen - Schlag ins Gesicht sucht man hier vergebens und wer bei "Fincher" immer noch hauptsächlich an Sieben und Fight Club denkt, wird (mal wieder) nicht um eine mittelschwere Enttäuschung herumkommen. Das ist sicherlich Kritik auf einem hohen Niveau und definitiv keine Kritik am Regisseur für seine Arbeit (eher für seine Drehbuchwahl), aber es verhindert im Gesamtkontext ein besseres Urteil als "gut". Was natürlich nicht heißt, das von einer Sichtung abzuraten ist: Verblendung ist toll besetzt, durchgehend spannend und bietet eine interessante Story, welche zwar leider nicht so abgründig ist, wie sie gerne wäre (wie es schon in 1984 hieß: "Ich verstehe das Wie, aber nicht das Warum!"), aber bis zum Ende mitzureißen weiß. Wobei es für die letzte Szene wirklich etwas auf die Finger geben sollte. Ansonsten heißt es: Nicht mehr und nicht weniger als ein guter Film. Was weniger ist als das, was Fincher uns einst zu bieten vermochte, aber für einen geselligen Kinoabend auf jeden Fall mindestens ausreicht. 

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